Andrea Gehlen
Über mich
Ich schreibe Geschichten. Und das meistens am Küchentisch. Über Themen rund um den Küchentisch. Kinder, Szenen einer Ehe, Intrigen, wunderbares und erstaunliches, schäbiges, abtrünniges, erbauliches, schaurig schönes, manchmal auch über einen kleinen Mord. Wie das eben so ist im Leben.
Andrea Gehlen, eingeborene Bielefelderin. Abitur am Oberstufenkolleg. 2. Platz beim Westfalenblatt Krimiwettbewerb. Mitglied des Krimiautorinnen-Netzwerks „Mörderische Schwestern“. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Freie Redakteurin beim Familienmagazin „Klecks“.
Krimi To Go
Der rote Ball
Der rote Ball fliegt durch den ozonblauen Himmel, das kleine Hundeherz fliegt mit. Den Ball, den Ball will er fangen. Sonst nichts. Er rennt so schnell er kann. Gleich hat er ihn, setzt zum Sprung an. Dumpf schlägt der Ball auf Holz. Ein erstauntes Quieken ist zu hören und der Hund ist vom Erdboden verschluckt.
„Gibt´s bei Haustierrettungen was extra?“, fragt Joubert. Nisbert zuckt mit den Schultern, zieht seine weißen Glacehandschuhe aus, legt den Zylinder ins Gras und klettert in das offene Grab.
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Geschichtenzeit
Kinder, jetzt gibt’s Geschichten.Samstags um 11Uhr ist Geschichtenzeit in der Kinderbuchabteilung der Stadtbibliothek am Jahnplatz. Im Wechsel mit anderen Lesepaten schaue ich mir mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren Kinderbücher an und lese natürlich vor. Der Eintritt ist frei. Klaus, die Lesemaus und ich freuen uns auf Euch! http://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/2736.htm
Leseproben
Das Brombeerzimmer
Schon wieder dieser Traum. Schwarze Wolken hängen wie römische Galeeren über der Lichtung und spucken Regen aus ihren Tentakeln. Am Ende der Grünfläche steht jemand vor einer Hecke. Der Regen gibt seinem Mantel scharfe Kanten und das weiße Licht des Blitzes zeichnet ihn als Schattenspiel - eine große Saatkrähe. Langsam dreht er sich um.
Schweißgebadet wacht Rosalba auf. Sie geht ins Bad, in dem ihr pickliger Sohn die Handtücher auf den Boden geworfen hat und die Zahnpastatube halb ausgequetscht im Waschbecken liegt. Der Badezimmerteppich ist zur Hälfte durchnässt und Rosalbas Socken jetzt auch. Sie will pinkeln und lässt sich schwer auf den gesprungenen Toilettensitz fallen. Sie spürt kalte Flüssigkeit unter ihren Oberschenkeln. Auf dem Badezimmerspiegel mit dem Neonring prangt ein mit Lippenstift hingeschmiertes “Fuck You“. Die verwaiste Munddusche ist mit gebrauchten Anti-Akne Pads verziert. Sie bindet ihre grau-blonden Haare ungebürstet mit einem Gefriergummi zusammen, spült den schlechten Geschmack mit Mundwasser den Ausguss hinunter und geht in die Küche.
Die Kanne der Kaffeemaschine liegt zerbrochen im Spülbecken. Rosalba nimmt sich die Tasse von der Fensterbank aus Marmorimitat und trinkt die braune Pfütze, die noch vom Vortag übrig geblieben ist.
Warum kommt die Katze eigentlich nicht mehr? Nicht dass sie diesen Streuner übermäßig liebt, aber sie hat sich an ihn gewöhnt. Seine meergrünen Augen, das streichelseidige schwarze Fell, dass in der Sonne rötlich schimmert, sein wohliges Schnurren, wenn er ihren Schoß wärmt. Sein Platz auf dem marokkanischen Hocker, den sie sich vor zwanzig Jahren von der Hochzeitsreise mitgebracht hat, ist seit einer Woche leer. Zu leer.
Rosalba zwängt ihre ausladenden Kurven in die verbeulte Jogginghose und zieht das Sweatshirt mit den Strasssteinchen über. Sie hat sich gerade den Schlüssel vom Brett unter der kaputten Kuckucksuhr geschnappt, als es klingelt. Post. Nicht für sie. War ja klar. Für den Nachbarn, Herrn Schwarz. Natürlich nimmt sie es an. Ja, sie bringt es später rüber. Nein, keine Ahnung er wird wohl arbeiten. Seine Frau auch. Einen schönen Tag noch.
…
Mittsommerfeuerwerk
Ich erinnere mich beim besten Willen nicht mehr, wo ich sie vergraben habe. Das Problem ist die stärker werdende Julisonne. Der Gärungsprozess muss schon eingesetzt haben. An besonders heißen Tagen liegt der süßliche Duft über allem. Die Nachbarn denken, ich würde es nicht bemerken, dass sie in letzter Zeit des Öfteren durch die Lücken im Zaun spähen. Ich werde eine Abdeckplane vor den Zaun hängen.
Es kann nicht mehr lange dauern, dann werden sie explodieren, meine halb vollen Gläser, die ich auch dieses Jahr im März wieder vergraben habe. Das Glas wird aus der Erde hervorspringen und mit einem lauten Knall wird es in Tausende glitzernde Teilchen zerbersten, dazwischen die roten Beerentröpfchen der Marmelade.
Mein Mittsommerfeuerwerk.
Mehr Leseproben finden Sie auf meinem Blog.
Veröffentlichungen
Sommer 2010: "Immer Wieder Sonntags"
"Immer Wieder Sonntags" in der Bielefelder Lokalzeitschrift "Rund um den Siggi - das Magazin".
Zum Lesen hier klicken (gescanntes JPG).
Mai 2010: "Kopfkino"
"Kopfkino" in der zweiten Ausgabe des Bielefelder Literaturmagazins "Tentakel".
April 2010: "Nachkriegsbrief"
Der "Nachkriegsbrief" erscheint im Düsseldorfer Literaturmagazin "Der Federkiel".
Winter 2009: "Darjeeling"
"Darjeeling" auf den tollen Tüten von Lesefutter. Zum Lesen klicken Sie bitte auf die Brötchentüte.
Die Tüten sind in ausgewählten Brötchen- und Buchhandlungen zu haben.
Sommer 2009: "Annika nicht"
Frühstück ist für viele die schönste Tageszeit. Darum freue ich mich besonders, dass meine Geschichte "Annika nicht" im Verlag Lesefutter erscheint. Auf Brötchentüten zum Frühstück, oder Abendbrot, oder auch zwischendurch...
Die Tüten sind in ausgewählten Brötchen- und Buchhandlungen zu haben. Um die Geschichte zu lesen, klicken Sie bitte auf die nebenstehende Brötchentüte.
20. Februar 2009: "Das Brombeerzimmer"
„Das Brombeerzimmer“ erscheint in der Anthologie „OWL KRIMINELL“ im KBV-Verlag. Herausgeber sind Claudia Puhlfürst und Uwe Voehl.
Presse
- Krimidinner im Brackweder Hof - 08.04.09
- Mordlanschaften - OWL Kriminell | WestfalenBlatt-Krimi-Wettbewerb
- → Preisverleihung und Signierstunde bei Thalia - 04.04.09
- → Die Herausgeber: Claudia Puhlfürst + Uwe Voehl - 21.02.09
- → 21 Krimis aus Ostwestfalen-Lippe - 21.02.09
- → 2ter Platz beim Westfalenblatt-Krimiwettbewerb - 14.01.09







